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Wilders in Berlin: Popstar der Islamfeinde

Wilders und Stadtkewitz (c)Matthias Zickrow

Unzählige Pressevertreter aus der ganzen Welt und 540 zahlende Gäste: Am vergangenen Wochenende trat der niederländische Rechtspopulist auf Einladung von in einem Berliner Hotel auf.

Wochenlang wurde der Auftrittsort von Geert Wilders geheim gehalten, erst einen Tag vor dem Großereignis sickerte durch, dass der niederländische Politiker und Islamhasser im Hotel Berlin am Lützowplatz auftreten wird.

Die aus der ganzen Welt angereisten Journalisten und Gäste mussten penible Vorkontrollen über sich ergehen lassen. Taschen wurden durchsucht und der ganze Körper vom Sicherheitspersonal abgetastet. Trotz der Geheimniskrämerei um den Veranstaltungsort war der Saal des Hotels mit 540 Zuhörern bis auf den letzten Platz gefüllt, die meisten Pressevertreter mussten sich mit einem Stehplatz begnügen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von aus Nordrhein-Westfalen, dem Gründer des rassistischen Blogs „Politically Incorrect“ (PI). Wie Popstars wurden Geert Wilders, René Stadtkewitz, und Stefan „Aaron“ König vom Publikum beim Einlaufen in den Saal gefeiert.

Bevor die Redner ans Mikrofon traten, wurde eine Video-Grußbotschaft von Oskar Freysinger, Schriftsteller und Nationalrat der nationalkonservativen „Schweizerischen Volkspartei“ (SVP), auf den Leinwänden im Saal gezeigt. In der Schweiz ist Freysinger nicht unumstritten, so verweigerte ihm laut dem „Tagblatt“ der Verband „Autorinnen und Autoren der Schweiz“ 2005 die Mitgliedschaft wegen „frauenverachtender und diskriminierender Äusserungen gegenüber Minderheiten“.

Erster Höhepunkt des Tages war der Auftritt von Eliezer Cohen aus Israel. Das Mitglied der ultranationalistischen Partei „Israel Beitenu“ agitierte gegen „politische Korrektheit“ und Multikulti, die gemeinsam die „Basis für irreparable Schäden“ bilden würden. Bevor er das Rednerpult für René Stadtkewitz räumte, forderte er ein „vereintes Europa gegen die allgemeine Bedrohung des Islam“.

Dann folgte die Rede von René Stadtkewitz, Initiator der noch zu gründenden Partei „“ und Veranstalter an diesem Tag. Nachdem er die Besucher aus Österreich, Schweiz, Italien, den Niederlanden und ganz Deutschland willkommen hieß, freute er sich besonders, seine „Freunde der ¸Bürgerbewegung ‘ ganz herzlich“ begrüßen zu dürfen. Stadtkewitz fasste sich kurz, sparte aber nicht mit Angriffen auf die CDU und Angela Merkel. Und auch sonst ging es nur um die Rechtfertigung der eigenen Ideologie: „Islamkritik kommt aus der Mitte der Gesellschaft“ oder „die Ideologie des Islam verhindert die Integration“.

Anschließend folgte der Auftritt, auf den die meisten Angereisten gewartet hatten. „Please welcome the one and only Geert Wilders“ rief Herre der begeistert aufstehenden und klatschenden Menge zu.

Wilders lieferte kühl und trocken ab, was die Zuschauer erwarteten. Er setzte Einwanderung mit Islamisierung gleich und sprach vom „Gespenst des Islam“ in Europa. Ähnlich wie Stadtkewitz fuhr er einen Frontalangriff auf Angela Merkel, um sich dann in einer endlos wirkenden Predigt aus Statistiken und Zitaten auszutoben. Auch wenn Wilders kein Neonazi ist, stießen Aussagen über die Überlegenheit „unserer Kultur bestimmten anderen Kulturen“ gegenüber, besonders negativ auf.

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