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Neonazistischer Antikapitalismus – Proteste gegen Kleinstpartei III.Weg in Lichtenberg

Am Samstag, den 22. April 2017 führte die neonazistische Kleinstpartei „“ an mehreren Orten im Bundesgebiet Veranstaltungen durch, um für den Aufmarsch der Partei am 1. Mai in Gera zu mobilisieren. Von 9 bis 10 Uhr hatten die Neonazis im Zuge ihres „antikapitalistischen Aktionstages“ auch am Bahnhof Lichtenberg eine Kundgebung angemeldet, zu der etwa 20 Personen zusammen kamen. Trotz der frühen Uhrzeit und obwohl die Kundgebung erst einen Tag zuvor bekannt geworden war, protestierten etwa 50 Antifaschist*innen dagegen. Ausdauernd und lautstark äußerten sie ihren Unmut und übertönten über weite Strecken die Redebeiträge der Neonazis. In den vergangenen Wochen waren in Lichtenberg mehrfach Plakate der Partei geklebt worden.

 

© apabiz

Obwohl „Der III. Weg“ bereits im April 2015 den „Stützpunkt Berlin“ gegründet hatte, war die Kundgebung am Samstag die erste eigenständige, öffentliche Veranstaltung der Partei in Berlin. Wie für die Partei üblich formierten sich die Teilnehmenden, an nationalsozialistischer Ästhetik angelehnt, mit Fahnen und Transparenten auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Duktus der Redebeiträge orientierte sich dabei wenig überraschend ebenfalls an nationalsozialistischen Inhalten. In einem „Zehn-Punkte-Programm“ fordert die Partei u.a. die „Schaffung eines Deutschen Sozialismus, fernab von ausbeuterischem Kapitalismus“ und „gleichmacherischem Kommunismus“.

Neben wenigen Berlinern wie den bekannten Lichtenberger Anti-Antifa-Aktivisten wie Oliver O. und David L. nahmen Neonazis aus dem Brandenburger Umland an der Kundgebung teil. Veranstaltungsleiter und Hauptredner war der vorbestrafte Neonazi , der seit Januar 2016 als Leiter des sogenannten „Gebietsverband Mitte“ (ein Zusammenschluss der Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin) für den „III. Weg“ in Erscheinung tritt. Fischer, der seit 2014 im brandenburgischen Angermünde lebt, war lange Jahre eine zentrale Person der bayerischen Neonaziszene und des mittlerweile verbotenen „Freien Netz Süd“. Neben Fischer sprach der Brandenburger , der vor rund zwei Jahren sein NPD-Mandat im Stadtrat von Bad-Belzig niederlegte, um sich dem „III. Weg“ anzuschließen.

 

Um 10 Uhr wurde die Kundgebung von Matthias Fischer für beendet erklärt. Viele der Teilnehmenden fuhren direkt im Anschluss nach Luckenwalde (Landkreis Teltow-Fläming), um  dort mit nur marginaler Unterscheidung in der personellen Zusammensetzung eine weitere Kundgebung abzuhalten.* Am Nachmittag fand zudem in Nürnberg eine „III. Weg“-Demonstration statt.

 

Laute antifaschistische Gegenproteste in Lichtenberg © apabiz

*Weitere Informationen und Bilder sind beim Presseservice Rathenow zu finden: https://www.flickr.com/photos/presseservice_rathenow/albums/72157682912982765

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